Kommentar

Der Kristall der singenden Kleinmatrosen

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

Es sind zwar auch schon Hausherren gestorben, aber's war ned Wien, wenn durch deppertes Diskutieren längst gefällte Entscheidungen rückgängig gemacht werden könnten: "Der Platz ist für die Sängerknaben", hatte Bürgermeister Michael Häupl bereits im März dieses Jahres festgehalten. Dabei ist es, wie am vergangenen Montag bekannt wurde, nun auch geblieben: Auf der zur Neubebauung zugelassenen Fläche von 1200 Quadratmetern wird ein 430 Sitzplätze umfassender Konzertsaal der im Augarten logierenden Wiener Sängerknaben, der sogenannte "Konzertkristall", errichtet werden. Für die Kosten kommt zur Gänze die Privatstiftung des Palais-Coburg-Eigentümers Peter Pühringer auf. Dass auch der Konkurrent im Bewerb um die Bespielung des Südostzipfels des Augartens einen privaten Finanzier aufgetrieben hatte - das Ehepaar Ingrid und Christian Reder hätte die sechs Millionen Euro für die Errichtung eines Filmkulturzentrums vollständig übernommen -, hat letztendlich nichts daran geändert.


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