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Großer Bahnhof

Kultur | Joseph Gepp | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

Bahnhöfe und Züge sind konstituierende Elemente der ukrainischen Gesellschaft. Inlandsflüge gibt es im flächenmäßig größten Staat Europas praktisch keine, den Autofahrern machen Schlaglöcher und Checkpoints mit korrupten Beamten das Leben schwer. Also nimmt man den Zug: Um 120 Hrywnja, etwa 20 Euro, kann man das Land von West nach Ost durchqueren (etwa 1500 Kilometer). Das Schienennetz ist dicht und defizitär. Bahnhöfe gibt es in jedem Dorf, im Westen weitgehend noch aus der k. u. k. Zeit.

"Galizien-Bukowina-Express" zeigt Fotos westukrainischer Bahnhöfe und Züge der Wiener Fotografin Magdalena Blaszczuk, die Essays der Brüder Taras und Jurko Prochasko erzählen die Geschichte der östlichen k. u. k. Kronländer Galizien-Lodomerien und Bukowina, wo die Wiener Beamten für den Fall eines Kriegs gegen das nahe Russland ein dichtes Schienennetz errichten ließen; und jene der sowjetischen Aneignung des galizischen Erbes: Statt Personen sollten nun plangemäß Industriegüter transportiert werden. Heute sind es wieder Menschen, die durch die Ukraine reisen.

Jurko und Taras Prochasko, Magdalena Blaszczuk: Galizien-Bukowina-Espress. Eine Geschichte der Eisenbahn am Rande Europas. Verlag Turia + Kant, 127 S., E 26


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