Identität war gestern

Kultur | Joseph Gepp | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

OSTUKRAINE Serhij Zhadan, junger Stern der ukrainischen Literatur, hat mit den Themen seiner Vorgänger abgeschlossen. Jetzt ist sein neuer Roman "Anarchy in the UKR" auf Deutsch erschienen.

In einer Gesellschaft, die Ziel und Richtung verloren hat, muss es sich nicht schlecht leben. Glaubt zumindest Serhij Zhadan. Hat man den Dauerzustand der Anarchie erst einmal akzeptiert, dann kann man es sich in ihrer poetischen Unmittelbarkeit wohlig einrichten. "Unerforschlich sind deine Wege, o Herr, was für sinnlose Begegnungen bereitest du uns auf unseren nicht weniger sinnlosen Touren", schreibt er in seinem neuen Buch "Anarchy in the UKR".

Die interesselose Betrachtung der Zwecklosigkeit gilt dem Autor mehr als die zielgerichtete Suche. Das hängt auch mit seiner Herkunft zusammen. Serhij Zhadan, 33, kommt aus Charkiw. Die zweitgrößte Stadt der Ukraine liegt im äußersten Nordosten des Landes, nur wenige Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Die Leute hier sprechen mehrheitlich russisch.


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