Die schmutzige Wahrheit

Kultur | Erich Klein | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

STALINGRAD Wassili Grossmans (1905-1964) monumentaler Roman "Leben und Schicksal" liegt erstmals in vollständiger Übersetzung vor. Bei den Machthabern fiel der Autor in Ungnade, weil er den sowjetischen Antisemitismus und die Grausamkeit Stalins nicht verschwieg. Der 1905 im ukrainischen Berditschew geborene Wassili Grossman stammte aus einer bürgerlich-jüdischen Familie - der Vater ist Chemiker, die Mutter Französischlehrerin. Auf das Studium der Chemie in Kiew und Moskau folgte ein Arbeitspraktikum im Donbass. Erste literarische Meriten und das Lob Maxim Gorkis erringt er mit "Glückauf", einer Bergarbeitergeschichte ganz im Geist des sozialistischen Aufbaus, und mit der Bürgerkriegserzählung "Die Stadt Berditschew" (als "Die Kommissarin" von Alexander Askolodow verfilmt). Die Arbeit am monumentalen, durchaus systemkonformen Roman "Stepan Koltschugin" wird von Stalins Terror überschattet: Mit einem untertänigen Bittbrief an Nikolaj Jeschow, einen der grausamsten Büttel des Großen


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