Triptychon des Strandens

Kultur | Tobias Heyl | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

EXIL Michael Lentz riskiert mit seinem Roman "Pazifik Exil" die Enthistorisierung eines brisanten Stoffes und lässt den historischen Personen gerade dadurch Gerechtigkeit widerfahren.

Das war die vielleicht größte Überraschung unter den deutschsprachigen Novitäten dieses Jahres: Michael Lentz, ausgewiesener Spezialist für die Sprachexperimente der Avantgarde, die auch in seinen bisherigen Arbeiten durchschienen, legt einen umfangreichen historischen Roman über deutsche und österreichische Autoren im kalifornischen Exil vor.

"Pazifik Exil", so der Titel des Romans, erinnert in seinem Aufbau an ein Triptychon. Auf der linken Tafel sehen wir Heinrich und Nelly Mann, die Feuchtwangers, Franz und Alma Werfel auf der Flucht aus dem besetzten Frankreich über die Pyrenäen nach Spanien. Die Szenerie erinnert an die oft und oft geschilderte Flucht Walter Benjamins: Stadtmenschen ohne jede Erfahrung mit dem Gebirge kämpfen sich am Rande der Erschöpfung auf Schleichwegen zur Grenze vor, getrieben


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