Nüchtern betrachtet

Umweltschutzkrippenspiele nicht mit mir!

Kultur | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

Meine Geneigtheit, mich fürs eigen Fleisch und Blut zum Deppen zu machen, geht fraglos weit, ist aber auch nicht grenzenlos. Zwar halte ich die schleichende Umrüstung von Erziehungs- und Bestrafungsinstitutionen wie Schule und Elternhaus zu Dienstleistungszentren für eine ausgesprochen fragwürdige Tendenz, aber selbstverständlich erfülle ich nach kleinen cholerischen oder selbstmitleidigen Ausbrüchen zur Aufrechterhaltung eines letzten Restes von Selbstachtung fast jeden Wunsch auf dem Cateringsektor: Gerne trage ich also den mit Mandarinenschalen und Konfektstanniol überhäuften Teller in die Küche, reinige ihn dort mit einem Spülmittel der präferierten Duftnote (Ingwer-Lemongrass oder Bratapfel-Zimt) und serviere darauf den bestellten TV-Snack: mit Granatapfelkernen gefülltes Bugles-Nacho-Käse-Stanitzel auf Mascarpone-Erdbeermarkfruchtspiegel mit Esterhazy-Muster. Auch zu persönlichen Verzichtsleistungen bin ich bereit, wenn sie nur der Umwelt, dem Weltfrieden und der Beruhigung


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