Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

Sex

Unbesinnt Letztes Jahr planten Herr und Frau K., aus dem Advent etwas zu machen. Also weg vom programmierten Leberschaden und hin zur Besinnung. So als Test. Daher totale Saufpause, Rauchpause, auch Sexpause. Die erste Zeit verlief in beschaulicher Glückseligkeit, weil sie feststellten, dass der Entzug sie nicht sterben ließ. Doch besonders der Dame wurde durch die vielen Kekse, Tees und Gespräche langsam elendsfad. Herr K. fühlte sich um die gemeinsame Einkehr betrogen. Die kleine Krise eskalierte, als Herr K. einen Anruf bekam, er möge doch am Spittelberg nach seiner Lady schauen, sie wäre stinkefett um fremde Herren gewickelt gesichtet worden. Wutentbrannt schälte er später seine Frau von Besagtem, man verbrachte die nächsten Wochen in beziehungskritischer Agonie - und im verzweifelten Vollrausch. Dieses Jahr trugen sie ihrer Beziehungsdynamik von vornherein Rechnung und fuhren mit ihrer Tantragruppe komplette drei Wochen zum Törggelen nach Südtirol. Inklusive Swingen am Weihnachtsabend.

Heidi List

Fussball

Ich hab Vertrag Haben Sie's schon bemerkt? Der deutschen Sprache ist ein unbestimmter Artikel abhandengekommen. Seit geraumer Zeit hat es sich eingebürgert, dass Fußballer, die über ihre berufliche Zukunft sprechen, Sätze sagen, die mit "Ich hab Vertrag bis …" anfangen. Erstmals aufgetreten ist diese Formulierung in der deutschen Bundesliga, aber längst ist "Ich hab Vertrag" auch in der österreichischen Liga heimisch geworden; selbst auf den Sportseiten seriöser Tageszeitungen ist der Satz mittlerweile zu lesen. Der guten Ordnung halber sei hiermit einmal schwarz auf weiß festgehalten, dass "Ich hab Vertrag bis …" kein vollständiger Satz ist. Korrekt müsste es "Ich habe einen Vertrag bis …" heißen; mögliche Alternativen wären etwa "Mein Vertrag läuft noch bis …" oder "Ich bin noch bis … vertraglich gebunden". Ist das klar? Gut. Ich habe fertig.

Wolfgang Kralicek


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