Spielplan

Stadtleben | Hermann Götz und Thomas Wolkinger | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

Nestroy ist einfach schwer. Zu inszenieren. Jeder hat da so seine Erwartungen. Vor allem, wie er nicht sein soll. Christine Eder, die vergangene Saison eine furiose Bernhard-Studlar-Uraufführung auf der Probebühne besorgte, hat am Schauspielhaus trotzdem einen veritablen Erfolg gelandet: Mit ihrer Interpretation des Paradenestroygassenfegers "Der Zerrissene" ist ihr nicht nur gelungen, die grau melierte Fanmeile im Parterre zufriedenzustellen, sie hat sogar die stolze Gewissheit im Publikum wachsen lassen, sehr sehr aufgeschlossen zu sein. Weil, huiiiiiiii, der Abend hat's in sich: Bühne voller Schaum, dazu eine echte Rockband und freche Einfälle, die den Musikantenstadl persiflieren. Das rockt (zumindest ironisch) und bestärkt den Bildungsbürger in seiner Distinguiertheit. Nur wird dabei vergessen, dass sich der Musikantenstadl längst selbst verarscht. Die Hetz ist also hier wie dort die gleiche. Gut ist die Inszenierung da, wo sie sich selbst nicht mehr ernst nimmt. Wenn Max Mayer


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