Rauchende Colts

Stadtleben | Christof Huemer | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

STADTMENSCHEN Über Menschen, die in ihrer Freizeit mit keinem Budget steirische Western drehen, so wie Peter Gucher und Peter Kolb, sollte man einen Film drehen. Und davon würde er handeln ...

Die Wirklichkeit ist eine komplexe Sau. Den Leitzinssatz senken? Schutzzölle anheben oder aufheben? Getreide doch essen anstatt verheizen? Was, wenn man sich irrt? Viele sehnen sich nach Überschaubarkeit, seit Jahrzehnten. In den Fünfzigern etwa, als Bombe, kalter Krieg und Kommunismus das Weltbild vieler US-Amerikaner verkomplizierten, erblühte das Genre des Western. Die Guten hatten weiße Hüte oder weiße Pferde, die Bösen schwarze Hüte oder schwarze Pferde, die Konflikte waren wohltuend übersichtlich, die Probleme nachvollziehbar und die Lösungen einfach. Anders gesagt: Western bestehen aus visuellen Codes, die leicht zu decodieren sind. Zwei Männer mit Hüten stehen sich auf einer staubigen Straße gegenüber - es reicht ein gesehener Western, um zu wissen, wie diese Szene weitergeht;


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