hundert jahre zeit ausgleich

Stadtleben | Johannes Schrettle | aus FALTER 50/07 vom 12.12.2007

Licht aus für eine bessere Welt

Siegfried Nagl ist schwer verknallt: Wenn er morgens zu Fuß durch die Herrengasse ins Rathaus spaziert{t} ... die noch schwachen Sonnenstrahlen ... ein zartes Licht auf die zur Arbeit eilenden Grazerinnen und Grazer werfen, dann spürt er es: Ich liebe diese Stadt und ihre BürgerInnen. Für hohe Repräsentanten ist das ja auch quasi Pflicht, auch wenn ein zu Recht vergessener deutscher Politiker mal meinte, er würde im Zweifelsfall das Ficken vorziehen. Das geht schneller, ist konkreter, aber auch hin und wieder aufwendiger, vor allem wenn man "noch zuhause wohnt". Dabei weiß auch die Stadtregierung: "Körperliche Betätigung in der Kinder- und Jugendzeit legt den Grundstein für das gesunde Älterwerden" und nicht nur dafür, und wenn Graz wirklich Spaß machen soll, ist es auf Dauer nicht zumutbar, sich in irgendwelche Büsche in abgelegenen Parks oder am Schloßberg zu verdrücken. Auch dort ist man nämlich nicht ungestört, weil meistens ein verträumter Stadtrat herumsteht, um einen schwärmerischen Blick auf seine Geliebte zu werfen (Wenn man am Schloßberg steht und viele Kräne sieht, dann weiß man, Graz ist gesund!). Die Aktion "Licht aus" am letzten Samstag von acht bis fünf nach acht muss also aufs Schärfste begrüßt werden, reicht aber nur für einen zarten Anfang. Bringen wir die jungen Knospen zum Blühen! Weihnachtsbeleuchtung aus! Es geht um unsere Zukunft!


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