Butterfahrt in den Westen

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 51/07 vom 19.12.2007

IM GRENZLAND Im Designeroutlet in Parndorf nahe der ungarisch-slowakischen Grenze lässt sich beobachten, was alte und neue Europäer im vereinten Schengenland zusammenbringt: globalisiertes Markendenken und Lust auf Schnäppchenjagd.

Miroslav Macek markiert den großspurigen Reiseführer. "Da habt ihr Tommy Hilfiger", erklärt er seinen drei Freunden auf Slowakisch und streckt seine rechte Hand weit in Richtung einer der pastellfarbenen Geschäftsfronten aus. "Vis-à-vis findet ihr Polo Ralph Lauren." Sein Arm schießt nach vorne. "Und da entlang kommen Puma, Nike und Adidas." Seine Hand zuckt auf und ab, als würde er einen Taktstock halten, mit dem er den Rhythmus der Markennamen diktiert.

Es ist kurz nach zehn Uhr vormittags am vorletzten Einkaufssamstag vor Weihnachten, die Geschäfte im burgenländischen Outletcenter Parndorf haben vor einer halben Stunde geöffnet. Vor der Tür bläst ein eisiger Wind. Die Vormittagssonne glasiert das blassrosa, zitronenfarbene und himmelblaue Ensemble


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