Wer ist hier die Geisel?

Politik | Stefan Apfl und Florian Klenk | aus FALTER 51/07 vom 19.12.2007

ANALYSE Arigona Zogaj soll in den Kosovo. Fünf Antworten zu ihrem Fall.

Was erwartet Arigona Zogaj im Kosovo?

Arigona wird mit spätestens dreißig Jahren heiraten, sich um Haushalt und sieben Kinder kümmern, sie wird sich niemals scheiden lassen und nicht alleine wohnen, keine Universität besuchen und mit ihrem arbeitslosen Mann vom Geld leben, das Verwandte aus Europa überweisen. So sieht das Leben einer Kosovarin auf dem Papier aus.

Zwar sitzen im kosovarischen Parlament mehr Frauen als im österreichischen, und es lassen sich auch herausragende Journalistinnen, Managerinnen und Universitätsprofessorinnen finden. Doch sie sind die Ausnahmen einer Regel, der zufolge nur eine von zehn Frauen im erwerbsfähigen Alter einen Job hat, während siebzig Prozent höchstens die Grundschule abgeschlossen haben. Auch 2007 gilt: Eine Kosovarin mit ausländischen Papieren steht in der sozialen Rangordnung über einer kosovarischen Ärztin oder Anwältin.

Der Kosovo, eine Region von der Größe Oberösterreichs


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