Die Lugner-Lüge

Extra | aus FALTER 51/07 vom 19.12.2007

Alles Inszenierung: Das neue ist das alte Mausi

Lugner City Da staunte die Bösi-Bösi-Gesellschaft: Erst floh Richard Lugner, 75, ins Männerhaus, dann fuhr Christina Lugner, gefühlte 22, mit dem Geländewagen ins Schlafgemach ihres Ghostwriters Christoph Hrbala - schon gab's Scheidungsgerüchte. Spätestens beim nächsten Opernball wird alles wieder gut, denn die Scheidung der Lugners war nur Schein, die Umzugskisten sind längst wieder ausgepackt. Fakt ist: Die Lugners im Fernsehen und in den Klatschspalten waren langweilig geworden, die Quoten im Keller. Feuer am Dach der Lugner City. Medienberater rieten zum Relaunch. Ein Autor musste her, der das beschauliche Leben der bekanntesten Familie Österreichs aufpeppte. Die Lugnerischen entschieden sich für den Fernsehlibrettisten David Schalko ("Sendung ohne Inhalt", "Voll fett", "Zeit im Bild") und ließen sich ein neues, aufregendes Leben schreiben.

Seit Sommer agiert nun die Familie Lugner streng nach Drehbuch: Schreiduelle vor der Merkur-Wursttheke, Dauerwellen, unwürdiges Verhalten, ein sichtlich jüngerer Lover für sie oder eine dralle Steirerin für ihn - alles inszeniert, kein Wort wahr. Autor Schalko plante gar, Richard Lugner als Schwulen zu outen. "Brokeback Döbling" mit den Lugners war aber dann selbst den abgebrühtesten Programmverantwortlichen zu heiß, ATV zog die Notbremse. Nachdem Alfons Haider abwinkte, die Rolle von "Richies Mäusebär" zu übernehmen, wurden die Pläne kurzerhand auf Eis gelegt. Die volle Wahrheit über die "Lügners" findet sich in Mausis "Memoiren", die längst hätten erscheinen sollen. Doch ein Pkw, so die Fama, überfuhr das Notebook, auf welchem Geisterschreiber Hrbala sie notiert hatte. Die Daten waren futsch. Man darf gespannt bleiben. Eine Fortsetzung folgt ohnehin spätestens, wenn die Quoten bei den Lugners wieder sinken.


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