"Ich verwandle einen Körper"

Kultur | Gerhard Midding | aus FALTER 51/07 vom 19.12.2007

FILM David Cronenbergs neuer Thriller "Eastern Promises" überdenkt den Begriff der Unterwelt im urbanen Alltag. Ein Gespräch mit dem Regisseur über Gewaltdarstellung und die düstere Geschichte Russlands.

Es braucht ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein, um Tagebuch zu führen; oder tiefe Verzweiflung. Insgeheim kalkuliert der Verfasser die Verletzung der Intimität ein, hegt die Zuversicht, dass das eigene Erleben der Mitteilung wert ist und andere angehen könnte. In "Spider" (2002), dem ersten Film, den David Cronenberg in London gedreht hat, irrlichtert der Protagonist durch die Stadt und vertraut einem Büchlein seine wirren kryptischen Gedanken an. Niemand würde sie verstehen, so heillos groß ist die Diskrepanz zwischen seinem Innenleben und der Außenwelt.

Auch das Tagebuch, das am Anfang von Cronenbergs neuem Film "Eastern Promises" steht, gibt Rätsel auf, muss dechiffriert werden. Die Hebamme Anna (Naomi Watts) nimmt es an sich, nachdem auf ihrer Station am Weihnachtsabend


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