"Er war ein braver Junge"

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 51/07 vom 19.12.2007

KUNST Jonathan Meese ist das Enfant terrible der deutschen Kunstszene. Ein Gespräch mit seiner Mutter Brigitte Meese über ihre Rolle als zweiter Mann in Johnnys Leben und ihre Probleme mit seiner Kunst.

Stalin, Nietzsche und Mussolini sind Helden im Bilderkosmos des deutschen Künstlers Jonathan Meese, der derzeit in der Sammlung Essl unter dem Titel "Fräulein Atlantis" in Klosterneuburg ausgebreitet wird. "Kunst ist Diktatur", lautet einer der auf die Wände geschmierten Slogans, Reste einer Performance auf der Vernissage im September. Das teutonische Pathos seiner Bilder und Skulpturen und seine an einen Rockmusiker erinnernden Performances haben den 37-Jährigen zum Star der deutschen Kunstszene gemacht.

In der Sammlung Essl machte Meese unter dem Titel "Weihnachtsmuttern Mees' und Tierkind Jonatanz" auch eine Weihnachtslesung. Seine Mutter, Jahrgang 1929, las Märchen vor, er selbst skandierte das "Märchenkindermanifest", nachdem er sich eine alte Sonnenbrille seines englischen Vaters


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