Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 51/07 vom 19.12.2007

Zehn Kanus Rolf de Heer, australischer Filmemacher niederländischer Herkunft, hat diese ethnografische Tragikomödie in enger Zusammenarbeit mit Aborigines der Region Ramingining geschrieben und gedreht. Die Handlung führt in eine "ursprüngliche" Vergangenheit vor dem Kontakt mit fremden Kulturen, aber mit archaischer narrativer Schlichtheit ist es hier trotzdem nicht weit her: Die Erzählung verzweigt sich ebenso unüberschaubar wie das majestätische Flussdelta, das die Kamera zu Beginn des Films entlanggleitet. Auf der Jagd nach Spreizfußgänsen berichtet ein alter Krieger einem jungen von den Geschicken der Vorfahren. Doch die erwartete Lehre über Demut und Hybris geht ins Leere, die kontingenten Schicksalsläufe um den Krieger Ridjimiraril und seinen Bruder Yeeralparil lassen sich nicht auf eine Moral herunterbrechen. Wie der Film verschmitzt Zweifel an der Allwissenheit des Dorfzauberers, dem Edelmut der Krieger und dem Sinn der Sitten nährt, macht seinen Charme aus, ist aber


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