Kunst Kurz

Die Sterne, die Bilder

Kultur | Ulrich Tragatschnig | aus FALTER 51/07 vom 19.12.2007

Wenn man als Südtiroler Bergbauernbub aufgewachsen ist, war man den Sternen immer schon näher als der Durchschnitt. Das Zusammenspiel von Licht und Dunkel hat für Tomas Eller nichts an Faszination verloren. Daher stellt er es nach, so ausgetrickst er nur kann, etwa als nächtliches Pistenraupen-Ballett, oder treibt die Abstraktion des Physikalischen bis zur kosmografischen Formel, die freilich nur annähernd beschreiben kann, was dem Universum so an Merkwürdigkeiten unterstellt wird. "Black Brane" heißt seine sehenswerte Personale im Medienturm (bis 16.2.), in Anspielung darauf, was die Welt aus Sicht des Mathematikers im Innersten zusammenhält.

Im New York Mitte der Sechzigerjahre war die von Clement Greenberg als modernistisches Urvokabular propagierte Flächigkeit in der Malerei längst veraltet. Man begann, die Wandständigkeit des Bildes aufzubrechen, dividierte dessen materielle Komponenten auseinander und ging etwa dazu über, die, Flower-Power-bedingt, recht schrille Farbe gleich am Boden auszugießen oder die Leinwand in ein weitmaschiges Raster aufzulösen. Für die Neue Galerie hat Kuratorin Katy Siegel (bis 24.2.) einen kulinarischen Parcours durch diese "High Times, Hard Times" abgesteckt. Im letzten Raum der Wanderausstellung wird freilich klar, dass schließlich doch das klassische Bildgeviert verbindlich blieb. Schon der Vermarktbarkeit wegen. Einen Stock tiefer bietet die von Peter Peer bestens kuratierte "Rückblende" (bis 25.5.) einen kleinen Ausschnitt aus der Fotosammlung der Neuen Galerie und dennoch einen repräsentativen Querschnitt durch die Fotogeschichte des 20. Jahrhunderts. An selbstreflexiver Bildkritik stand die Fotografie der Malerei, wie sich hier zeigt, um nichts nach.


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