Besser geht's nicht

Politik | Julia Ortner und Barbara Tóth | aus FALTER 02/08 vom 09.01.2008

SPÖ Nach einem Jahr im Kanzleramt sind Alfred Gusenbauers Sozialdemokraten noch immer in der Identitätskrise. Schuld daran ist nicht er alleine.

Wer Alfred Gusenbauer fragt, wie es ihm nach einem Jahr als Kanzler in der Koalition geht, bekommt eine anschauliche Antwort. "Sehen Sie die Kerbe da?", sagt er und schlägt sich mit der linken Hand an die Stelle zwischen rechter Schulter und Hals, wo sein dunkelblauer Kaschmirpullover ein wenig spannt. "Das kommt vom Kreuz, das ich trage." Und dann lacht er. Ein gutgelaunter, aber missverstandener Heiland - das ist die Rolle, in der sich der bekennende Katholik Gusenbauer derzeit besonders gerne sieht. Gutgelaunt, weil er im Grunde seit einem Jahr seinen Traumjob hat. Kanzler sein. Missverstanden, weil die Welt um ihn seine Zufriedenheit darüber nicht so recht teilen will.

Nicht nur der Kanzler ist lädiert von den harten Auseinandersetzungen mit den Schwarzen. Auch sein Team stolpert abgekämpft, zerzaust und nicht gerade geeint ins neue Jahr


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige