Mann und Frau zugleich

Kultur | Gudrun Braunsperger | aus FALTER 02/08 vom 09.01.2008

FEMINISMUS Am 9. Jänner wäre Simone de Beauvoir hundert Jahre alt geworden. Ihr Werk, aber auch ihr Leben bleiben ein Meilenstein der Frauenbewegung, auf den man heute noch aufbauen kann.

Als Pionierin der Frauenbewegung nimmt Simone de Beauvoir einen zentralen Platz in der Geschichte des Feminismus ein. Die Einschätzung der Lebensgefährtin Jean-Paul Sartres als Schriftstellerin und Philosophin unterliegt einer wechselhaften Rezeptionsgeschichte und oszilliert zwischen "Grande Sartreuse" oder "Notre Dame de Sartre" im Schatten des großen Philosophen einerseits und verkannter Ideengeberin und eigentlicher Schöpferin des französischen Existenzialismus andererseits, den Sartre plagiiert habe (wie es das englische Philosophenpaar Kate und Edward Fullbrook anhand von Tagebüchern und Briefen zu belegen versuchte).

"Mein wichtigstes Werk ist mein Leben" lautete hingegen Beauvoirs Selbsteinschätzung. Mit existenzialistischem Gestus hat sie ihr Leben entworfen und sich die Freiheit eines


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