Die Leiden des jungen C.

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 02/08 vom 09.01.2008

FILM In seinem Regiedebüt "Control" holt Anton Corbijn die tragische Post-Punk-Ikone Ian Curtis vom Thron der Unnahbarkeit und errichtet ihr ein neues, menschliches Denkmal.

"Mother I tried please believe me,

I'm doing the best that I can.

I'm ashamed of the things I've been put through,

I'm ashamed of the person I am."

(Joy Division: "Isolation", 1980)

Ein langhaariger Teenager, der mit einer Schallplatte unterm Arm durch die Vorstadt Manchesters streift, um sich, zuhause angekommen, in seinem Zimmer in Glamrock-Posen zu werfen, David Bowie im Ohr und einen schwarzen Kajalstift in der Hand. Und eine junge Frau, die mit ihrer kleinen Tochter im Arm verzweifelt schreiend aus jenem Häuschen rennt, in dem sich ihr Mann in der Nacht zuvor erhängt hat. Rund acht Jahre liegen zwischen diesen beiden Bildern aus dem kurzen Leben von Ian Curtis; Anton Corbijn hat sie für sein Regiedebüt "Control" auf zwei großartige Filmstunden verdichtet.

Anton Corbijn und Ian Curtis? Auf den ersten Blick nicht


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