Buch der Stunde

Unendliche Weiten

Martina Gröschl
Kultur, FALTER 02/08 vom 09.01.2008

Wo es auftaucht, macht es nichts als Scherereien. Und am besten fährt man, wenn man es schlicht und einfach ignoriert. Das ist kurz zusammengefasst das Verhältnis, das die Mathematiker seit den alten Griechen zum Unendlichen unterhielten. Bis es sich im 19. Jahrhundert dann einfach nicht mehr ignorieren ließ, wenn man die Mathematik auf handfeste Grundlagen stellen wollte. Der deutsche Mathematiker Georg Cantor nahm sich der Sache an und wird heute - neunzig Jahre nach seinem Tod am 6. Jänner 1918 - als Schöpfer der Mengenlehre gefeiert.

Ganz so einfach war es natürlich nicht. In seinem Buch "Georg Cantor - Der Jahrhundertmathematiker und die Entdeckung des Unendlichen" beschreibt der US-Schriftsteller und studierte Philosoph David Foster Wallace das rund zwei Jahrtausende währende Ringen der Mathematiker um ihr Lieblingstrauma inklusive ihrer Ver(w)irrungen sowie die Helden der Unendlichkeitsbezwingung, deren es neben Cantor noch mehrere gab.

Das Ergebnis ist eine Tour de Force durch

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