Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 02/08 vom 09.01.2008

Die zweigeteilte Frau Wie die Filmkritik Jahr für Jahr, Film für Film die neuesten Regungen im Werkskörper von Claude Chabrol überwacht und einordnet, ist ein kurioses Schauspiel, das nur mehr von der eifrigen Woody-Allen-Katalogisierung überboten wird. (Andererseits: Ist solche Beharrlichkeit nicht Aufgabe der Kritik?) "La fille coupée en deux", Chabrols neueste Fabel großbürgerlicher (Un-)Sitten, lässt dann auch in mehrfacher Hinsicht an Allens Comebackfilm "Match Point" (2005) denken: Nicht zuletzt wegen des frischen visuellen und erzählerischen Elans, mit dem der Ethnograf der französischen Bourgeoisie eine Dreiecksbeziehung mit fatalem Ausgang ausbreitet. Die junge Gabrielle (Ludivine Sagnier), Wetterfee beim Lokalfernsehen in Lyon, verfällt dem reifen Schriftsteller und Lebemann Charles (François Berléand) und wird zudringlich hofiert vom quengeligen Millionenerben Paul (virtuose Schmiere: Benoît Magimel). Rund um die schleimigen oder grenzdebilen Männerfiguren entwirft

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