Kampf ums Überkleben

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 02/08 vom 09.01.2008

WERBUNG Gewista gegen Wildplakatierer: Noch ist in Wien der Kleisterkrieg nicht ausgebrochen.

Seit Anfang des Jahres gibt es in Wien nun offiziell das "Kulturplakat". Betrieben als Tochterunternehmen des gemeindenahen Außenreklameriesen Gewista und einer beteiligten ehemaligen Wildplakatierfirma soll auf 21.000 metallenen Plakatstellen überall in der Stadt dem Ankündigungswildwuchs der Garaus gemacht werden. Vergangenen Dezember - der Falter berichtete - löste die Meldung einen Sturm der Entrüstung unter den verbleibenden freien Plakatierern und jenen Kulturbetrieben aus, die sich die teurere Werbung mit dem neuen Kulturplakat nicht leisten können oder wollen. Entlang des Rings und der Zweierlinie wurden nun die dicken Plakatpapierschichten fein säuberlich von den grauen Masten gekratzt, unter manchem "Plakatieren verboten" klebt noch frech ein Zettel, auf dem "erwünscht" steht. Tanzquartier und Albertina werben nun, dem Vernehmen nach unfreiwilligerweise, auf den neuen Kulturplakat-Tafeln.


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