Die Tugend und ihre Tücken

Kultur | Herwig G. Höller | aus FALTER 03/08 vom 16.01.2008

SOZIOLOGIE Der amerikanische Starsoziologe Richard Sennett widmet sein neues Buch dem "Handwerk". Ein Gespräch über geschicktes Schreiben, über das Denken als Reisen und darüber, warum Tugend manchmal blind macht.

Nach scharfsinnigen Beobachtungen problematischer Veränderungen in der Arbeitswelt (siehe Kasten) wendet sich der amerikanische Starsoziologe Richard Sennett nun positiveren Aspekten des Lebens zu. Vergangene Woche erschien mit "Handwerk" der erste von drei Bänden einer Studie, in denen sich der Amerikaner mit handwerklichen Fertigkeiten beschäftigt. Wobei Sennett, der sich einmal mehr durch seine wissenschaftliche Prosa auszeichnet, vor allem die Rolle angelernter Fertigkeiten im Zwischenraum von Kunst und Wissenschaft anspricht. Allerdings transportiert der deutsche Buchtitel "Handwerk" dies nur sehr bedingt, stark im Kontrast zum Originaltitel "Craftsmen", der eine künstlerische Komponente deutlich mitschwingen lässt. Ein wenig ist das wohl auch ein Problem der deutschsprachigen


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