Sennett in Graz

Vom Verlust der Zugehörigkeit

Herwig G. Höller | Kultur | aus FALTER 03/08 vom 16.01.2008

Saskia Sassen und Richard Sennett, zwei herausragende Soziologen der Gegenwart und im Privatleben verheiratet, treten nur selten gemeinsam auf. Vergangene Woche taten sie es im voll besetzten Space04 des Grazer Kunsthauses und setzten damit einen äußerst gelungenen wie unterhaltsamen Schlussakkord zur Ausstellung "Volksgarten. Die Politik der Zugehörigkeit". "Ich möchte mit einer Geschichte anfangen, denn ich habe meinen Gatten hier", erklärte Sassen (ein Interview mit ihr findet sich übrigens im Wiener Falter): "Er denkt, dass ich zu hart arbeite, und sagt seit Jahrzehnten, dass ich ein Hobby brauche. Eines Tages 1996 sagte ich ihm, dass ich nun eines hätte: Ich würde jene Rechte zählen, die ich als Bürger verliere. Aber er sagte: Das ist kein Hobby!"

Auf hohem intellektuellen Niveau wurde gescherzt, obwohl so manche Bewertung der kapitalistischen Gegenwart nur so von schwerem Polit- und Kulturpessimismus triefte. Und während sich Sassen in ihren Ausführungen im Wesentlichen

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