Not am Bett

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 03/08 vom 16.01.2008

SOZIALPOLITIK Die Regierung vermurkst ihre Reform der 24-Stunden-Betreuung. Die echten Probleme in der Pflegedebatte vergisst sie dabei.

Opa geht am Stock, er muss eine Windel tragen und ist manchmal ziemlich verwirrt. Sich selbst waschen und anziehen, einkaufen, kochen, putzen, bügeln kann er nicht mehr. Einmal hat er vergessen, den Herd auszuschalten und fast die ganze Küche abgefackelt. Die berufstätige Tochter hat keine Zeit, den ganzen Tag auf den 85-Jährigen zu schauen. Ohne die Schwester aus der Slowakei müsste der Opa in ein Heim - und dorthin will er auf keinen Fall. Ich will zuhause sterben, sagt er. Seine Familie hat sich also vergangenes Jahr entschieden, zwei slowakische Pflegerinnen illegal zu beschäftigen, die den Großvater jeweils zwei Wochen lang rund um die Uhr versorgen. Trotz der Angst, damit aufzufliegen und dann ohne Hilfe dazustehen.

Seit Juli 2007 gilt die Regelung der rot-schwarzen Regierung für die 24-Stunden-Betreuung daheim. Sie soll eine leistbare legale


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