Wir Hurra-Journalisten

Medien | Rainer Fleckl | aus FALTER 03/08 vom 16.01.2008

SPORT & MEDIEN Warum Österreich statt Heldenverehrung endlich kritischen, investigativen Sportjournalismus braucht.

Natürlich war er ein echter Zampano, der Hannes Kartnig. Wo er war, warteten Massen und Mikrofone. Wo er nicht war, war nichts. Wenn es läuft, dann läuft es - vor allem im Sport, und es lief gut damals, in den Jahren 2000 und 2001, als sich ein Fußballteam namens Sturm aufmachte, die Champions League zu erobern. Kartnigs Männer waren Helden. Helden müssen verehrt werden. RTL übertrug live aus dem Schwarzenegger-Stadion. Der Spiegel porträtierte Kartnigs Katzenhaie und seinen Luxus ("Heit nemma den Rolls"). Und wir? Wir Sportjournalisten waren mittendrin im Konzert der Großen.

Ein Treffen mit Kartnig in seinem Büro in Graz. Er kam mit dem "Rolls", trug das Jackett seines Privatsponsors Breitling und führte in sein Reich. Der Schreibtisch war aus Marmor - hatte eine halbe Million Schilling gekostet. Das verführte - zu einem Interview, voll von Verherrlichung und Verblendung.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige