Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 03/08 vom 16.01.2008

Die Realityformate waren schon so was von tot. Nicht einmal der letzte Depp mit zu viel Tagesfreizeit wollte sich den hundertsten Aufguss von "Big Brother" anschauen, hierzulande bot gerade noch "Bauer sucht Frau", der knallharte ATV-Sozialporno im ländlichen Milieu, zumindest anfangs Unterhaltungswert. Doch jetzt kommt das Echtmenschen-Fernsehen zurück - und zwar auf tiefstem Niveau. In der RTL-Dokusoap "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" essen sie wieder Känguruhoden und schlucken Kakerlaken. Sehr lustig, wofür sich die B- bis C-Promis da hergeben. Das Format ist zwar himmelschreiend dämlich, aber ethisch völlig korrekt. Im Gegensatz zu all den Sendungen, in denen Jugendliche mit pubertären Nöten vorgeführt werden, trifft die Häme hier nur abgehalfterte Möchtegernstars. Die verdienen mit der zweiwöchigen Mutprobenshow im australischen Dschungel noch ein bisschen Geld - für Ex-Schlagerfuzzis wie diesen Bata Illic (größter Hit 1972, "Michaela") oder einstige Porno-Starlets wie Michaela Schaffrath (die hieß mal Gina Wild) eine feine Sache. Quasi ein Sozialprojekt.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige