Menschlich statt modern


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 03/08 vom 16.01.2008

LITERATUR IM FERNSEHEN Robert Dornhelms Verfilmung von "Krieg und Frieden" gibt sich alle Mühe, Leo Tolstois grandiosen Roman zu trivialisieren.

Nein, man muss Leo Tolstois gewaltigen Roman nicht gelesen haben, um zu ahnen, dass Robert Dornhelms TV-Verfilmung ein ziemlicher Topfen ist. Es reicht, wenn man hin und wieder ins Kino geht oder im Fernsehen nicht immer bloß den Wetterbericht sieht. "Mit Kino hat es gar nichts zu tun, es ist nicht mal Fernsehen", urteilte das Deutschlandradio harsch, während das traditionelle Feuilleton über den 26 Millionen teuren, 400 Minuten langen und 1500 Pferde starken Vierteiler ein erstaunlich gnädiges Urteil fällte - sei's aus echter Ahnungslosigkeit, sei's aus Unlust, wieder mal als ewig besserwisserischer Bildungsbürger dazustehen, der den Hartz-IV-Massen in die Suppe des Hauptabendprogramms spuckt (diese Rolle wurde diesmal von der Bild Zeitung übernommen, die darauf hinwies, dass Chopin-Stücke hier bereits fünf Jahre vor der Geburt des Komponisten

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