Buch der Stunde

Passion für Bücher

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 03/08 vom 16.01.2008

Ein nicht mehr ganz junger Herr mit korrekt gezogenem Scheitel und hellem Poloshirt liegt, lässig auf seinen linken Ellbogen gestützt, am Strand und zieht genüsslich an einer Zigarre. Betrachtet man das Coverbild, bekommt der Untertitel dieses Buches über "Kurt Wolff" sogleich etwas Unausweichliches: "Ein Literat und Gentleman" - wie anders könnte es heißen? Eine beträchtliche Erbschaft, sein Charme und Charisma scheinen Wolff (1887-1963), den Spross einer Künstlerfamilie aus Bonn, regelrecht zum Verleger prädestiniert zu haben. "Ich war halt passioniert fürs Lesen, schon als Junge", gestand er in einem Interview.

In den Zehnerjahren machte der in Leipzig gegründete Kurt Wolff Verlag sich als Heimstätte der Expressionisten verdient. Einer von ihnen, Franz Werfel, besorgte das Lektorat. Mitten im Ersten Weltkrieg bescherte Meyrinks "Golem" dem Verlag seinen ersten Bestseller; 1918 folgte mit "Der Untertan" von Heinrich Mann ein zweiter. Seinem verlegerischen Credo ("Seismograf,


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