"Es wird zu viel geprobt"

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 03/08 vom 16.01.2008

THEATER Warum streiken Schauspieler eigentlich nie? Der Schweizer Samuel Schwarz greift gern dorthin, wo's wehtut. Jetzt inszeniert er erstmals in Wien.

Die Erfolge von Didier Cuche, Daniel Albrecht oder Marc Berthod gehen Samuel Schwarz am Arsch vorbei. Der 36-jährige Theatermacher ist zwar Schweizer, aber weder Skifan noch Patriot. Trotzdem hat Schwarz schon einmal einen ganzen Theaterabend über einen Skifahrer inszeniert. "B. - Ein Stück über Sport und Behinderung" (2004) handelte von dem seit einem Rennunfall 2001 querschnittgelähmten Abfahrtsläufer Silvano Beltrametti und brachte Samuel Schwarz prompt den Vorwurf ein, sich über einen Behinderten lustig zu machen. Ein Missverständnis: Thema war nicht Beltrametti selbst, sondern die mediale Aufbereitung seines Falles; Grundlage der Aufführung war eine Dokumentation des Schweizer Fernsehens. "In solchen Filmen werden Schicksale immer verniedlicht", sagt Schwarz. "Da fahren Leute mit 150 km/h einen Hang hinunter, und dann wird


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