Falsche Freunde


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 03/08 vom 16.01.2008

KUNST Der Maler Oskar Kokoschka wird heuer mit großen Ausstellungen geehrt. Zu Lebzeiten hatte seine Heimat nur Verachtung und Gleichgültigkeit für ihn übrig.

Der exzentrische Expressionist im Umfeld der Wiener Werkstätte und Liebhaber von Alma Mahler-Werfel, dann der "Kulturbolschewik" im Fadenkreuz der NS-Propaganda und Antifaschist im Londoner Exil, schließlich das wertkonservative Aushängeschild der Salzburger "Sommerakademie": Der Künstler Oskar Kokoschka (1886-1980) hat sich im Laufe seines langen Lebens mehrmals gehäutet. Eine Konstante blieb die Gleichgültigkeit, mit der ihm seine Heimatstadt Wien begegnete; im Belvedere und in der Albertina werden demnächst zwei Ausstellungen sein Schaffen würdigen. Kokoschka erlebte vier politische Systeme, in keinem war er willkommen. "Wien ist eine Strafe", schrieb er 1934.

Erst 1973 erhielt Kokoschka die österreichische Staatsbürgerschaft zurück, die ihm von den NS-Behörden entzogen worden war. Wie viele andere Vertriebene nahm

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