Stadtrand

Abgefahren!

Stadtleben | aus FALTER 03/08 vom 16.01.2008

Je nach Interpretation und mit etwas gutem Willen verstehen Anglophile sogar "So fed up". Dass der Sprecher irgendetwas satthabe, ist immer noch einen Schmunzler wert. Und jetzt das: Die Wiener Linien sind im Begriff, im U-Bahn-Verkehr die Live-Durchsage "Zug fährt ab" einfach abzuschaffen. Der vom Fahrer meist sehr nachlässig ("Ssssuckfähdapp!" oder gar "ZZZfppp!") ins Bordmikrofon genuschelte, auf den Punkt gebrachte Hinweis, dass die Reise demnächst weitergehe und man doch, bitte schön, zurücktreten möge, wird schon bald Wiener Untergrundgeschichte sein, wie schade. Statt die Stimme ihres jeweiligen Kapitäns hören die Fahrgäste auf den Linien eins bis vier meist nur noch die des elektronischen Sprachspeichers, die U6 wird später umgestellt. Die Mikrofonkünstler unter den U-Bahn-Chauffeuren müssen aber nicht traurig sein. Die persönliche Ansprache am Bahnsteig und im Zug soll nämlich weiterhin noch möglich sein. Auch das "Zug fährt ab" können die Fahrer weiterhin selbst sprechen, wenn sie Lust haben. Und wer etwas satthat, sagt "So fed up". So einfach ist das. C. W.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige