Störenfried und Kardinal

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 04/08 vom 23.01.2008

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Über Provokationen, Stilfragen, den richtigen Zeitpunkt und den rechten Ort von Predigten.

Bis in die Details glich die Provokation der Grazer FPÖ-Spitzenkandidatin Winter jenen Manövern, die uns Jörg Haider vor zehn und mehr Jahren vorgemacht hatte und die mit wechselnden Motiven und in wechselnder politischer Umgebung Rechtspopulisten überall in Europa vornahmen. Sie hatte Mohammed "nach heutiger Gesetzeslage" als Kinderschänder bezeichnet und die Gesellschaft dazu aufgefordert, "den Islam übers Mittelmeer zurückzuwerfen". Die üblichen Tricks verfingen diesmal nicht. Man müsse sehen, was Winter wirklich gesagt habe, meinte Strache. Das eben tat man. Die Dumpfbackigkeit des Leugnungsversuchs unterschied sich von Haiders diabolisch-rabulistischem Geschick. Man kann das auch den Unterschied im politischen Talent nennen.

Jedenfalls verhielt sich die österreichische politische Öffentlichkeit einigermaßen tadellos, der Bundespräsident sprach klare Worte,


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