Es lebe der Unterschied!

Vorwort | Andreas Mailath-Pokorny | aus FALTER 04/08 vom 23.01.2008

KOMMENTAR Kulturpolitik entscheidet, ob in der Gesellschaft ein offenes Klima geschaffen wird. Oder nicht. Eine Replik.

"Wer braucht Kulturpolitik?", fragt Wolfgang Kralicek im Falter von vergangener Woche. Das verwundert. Niemand käme ernsthaft auf die Idee zu fragen: Wer braucht Verkehrs-, Gesundheits-, Sozial- oder Umweltpolitik? Die Frage ist also nicht, wer braucht Kulturpolitik, sondern wer macht sie? Und: Unterscheiden sich Kulturpolitiken? Ich behaupte: Es gibt Unterschiede, sie sind sichtbar, und sie sind wesentlich. Wer antritt, um Kunst zu ermöglichen, sollte für ausreichende Finanzierung sorgen; die richtige Auswahl in Leitungs- und kuratorischen Funktionen treffen; kritische Öffentlichkeit schaffen; Zugang und Teilhabe erweitern und Qualität suchen - was Urteilsfähigkeit voraussetzt.

Nehmen wir das Beispiel der Stadt Wien, die etwa so viel Geld für Kultur ausgibt wie der Bund und daher nicht ganz irrelevant für eine Debatte über staatliche Kulturpolitik ist. Das Wiener


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