Was war/kommt/fehlt

Politik | aus FALTER 04/08 vom 23.01.2008

Was war

Glock im Sudan Amnesty International Österreich hat einen bedeutenden Prozess gegen den niederösterreichischen Waffenproduzenten Gaston Glock gewonnen. Die Menschenrechtsorganisation berichtete auf ihrer Website über eine nagelneue Glock-Pistole, die ein Journalist im Handschuhfach eines sudanesischen Rebellen gefunden hatte (der Falter berichtete). Der Fund war politisch bedeutend, denn weitere Recherchen Amnestys zeigten, wie Waffen trotz Embargos in das Bürgerkriegsgebiet gelangen können. Gaston Glock klagte Amnesty, obwohl die Organisation Glock nicht beschuldigte, sondern nur um Aufklärung gebeten hatte. Am Montag blitzte die Waffenfirma mit ihrer Klage ab.

Was kommt

Provokation in Holland Die Niederlande sind ein schönes Land. Hinfahren sollte man jetzt trotzdem nicht. Der Grund heißt Geert Wilders. Der Fraktionschef der rechten Partei liebt es, Muslime durch Provokationen zu beleidigen. Den Koran nennt Wilders, 42, ein "faschistisches Buch" und vergleicht es mit Hitlers "Mein Kampf". Mohammed heißt er einen Terroristen. Nächste Woche will Wilders Ernst machen: Auf Youtube möchte der Provokateur einen Kurzfilm über den Islam veröffentlichen. Bisher ist bloß bekannt, dass darin der Koran zerrissen wird. Die Niederlande haben Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Was fehlt

Geld in Tirol Der Bau des 62 Kilometer langen Brenner-Basistunnels ist eines der am meisten umstrittenen Verkehrsprojekte Europas. Politiker feiern ihn zwar als Transitkiller. Ob die Bergröhre den Verkehr auf die Schiene verlagern wird, ist jedoch umstritten. Solange die Straße günstiger ist als die Bahn, werden Frächter nicht umsteigen, sagen die Kritiker. Trotzdem wollen Österreich, Italien und die EU das acht Milliarden teure Projekt finanzieren - bis jetzt wurde auch mit privaten Geldgebern gerechnet. Die springen ab. Das Projekt sei zu riskant, heißt es. Nun müssen die Steuerzahler alleine für den Tunnel aufkommen.


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