Das Minarett im Dorf

Politik | Stefan Apfl | aus FALTER 04/08 vom 23.01.2008

ISLAM Eine zertrampelte Pappmoschee, aufgespießte Schweinsköpfe und eine Pensionistin, die vom Fenster aus Türken zählt. In Telfs, Linz und Wien geht es um mehr als bloß um Allah.

Ein Freitagnachmittag in Österreich. In der Dammstraße in Wien-Brigittenau sieht eine Pensionistin aus dem Fenster ihrer Gemeindewohnung. Auf der anderen Straßenseite liegt ein türkisches Kulturzentrum. Geduldig zählt die Frau jeden Türken, der zum Freitagsgebet kommt. Die laute Wahringerstraße im Süden von Linz ist menschenleer. Auf dem Brachland, das zwischen den Schienen der Westbahn und einer Autobahn eingezwängt liegt, soll ein islamisches Zentrum entstehen. Unbekannte haben hier in der Nacht auf Silvester drei Schweinsköpfe aufgespießt. Die drei Pfosten stecken noch im gefrorenen Schlamm. Als sich in Telfs die Tür zum Café Istanbul öffnet, stoppen die zwanzig Türken Gespräch und Gelächter. Sie sehen den blonden Gast regungslos an. Nur eine türkische Stimme aus dem Fernseher rieselt


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