"Angst, Wut und Bewunderung"

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 04/08 vom 23.01.2008

GESCHICHTE Die Historikerin Isabella Ackerl über das Blutbad 1683 und die erstaunlichen Folgen.

Pummerin statt Muezzin", "Muslime als todbringender Tsunami": Die FPÖ spielt mit der Furcht der Österreicher vor Türken und Muslimen. Die Wiener Historikerin Isabella Ackerl ("Von Türken belagert - von Christen entsetzt", Bundesverlag) hat die Wurzeln dieser Urangst erforscht. Ein Gespräch über das Gemetzel im Wienerwald und die Bewunderung der Türken durch die Wiener.

Falter: Frau Ackerl, immer wieder wird die Türkenbelagerung zum Spielmaterial der Demagogen. Sie haben über jene Zeit geforscht. Wie hat der Türkensturm Wien geprägt?

Isabella Ackerl: Wir müssen, wenn wir ins Jahr 1683 zurückblicken, zunächst sehr unterscheiden. Es gab zwei Gruppen von Wienern. Die wenigen Wohlhabenden konnten mit dem Kaiser nach Linz fliehen und hatten die Belagerung nicht erlebt. Die Masse aber blieb, denn in den umliegenden Dörfern war nichts mehr sicher. Von dort flüchtete eine große Schar von


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