Kurze Gewitter

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 04/08 vom 23.01.2008

GEWERKSCHAFT Vor fünf Jahren fanden die größten Streiks der Zweiten Republik statt. Der ÖGB verspielte danach das Vertrauen der Massen.

Hagel, Blitze, Dauerregen. Fast 200.000 Menschen verharrten dennoch am Heldenplatz. An der Spitze stand einer, dem kaum einer zugetraut hätte, solche Massen zu mobilisieren: Fritz Verzetnitsch, der damalige ÖGB-Präsident.

Im Frühjahr 2003 kam es erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik zu Streiks, die nicht mehr in Sekunden gezählt werden konnten. Zuerst kämpfte der Gewerkschaftsbund auf der Straße gegen eine von der damaligen ÖVP-FPÖ-Regierung angekündigte Pensionsreform, danach streikten die ÖBB-Bediensteten gegen eine schwarz-blaue Bahnreform. Was hat das Ganze gebracht?

Mit der schwarz-blauen Wende wurde die Sozialpartnerschaft de facto aufgehoben. Während Arbeitgebervertreter in der Regierung weiterhin ein Mitspracherecht besaßen, durften Arbeitnehmervertreter höchstens an medial inszenierten runden Tischen sitzen. Die Gewerkschaft


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