Die Spritzensportler

Gerd Millmann
Politik, FALTER 04/08 vom 23.01.2008

SPORT Trainer, Manager, Sportverbände, Ärzte und Stars vertuschen Österreichs Dopingproblem. Nun protestieren anständige Athleten, weil auch sie ins Zwielicht geraten.

Es war ein Urteil ohne Prozess: Der österreichische Radfahrer Georg Totschnig, so behauptete die deutsche ARD, habe in Wien Blutdoping betrieben. Auch drei Fahrer des niederländischen Teams Rabobank seien Kunden eines Wiener Blutlabors. Überdies hätten sich deutsche Biathleten und Langläufer im Labor im Alsergrund gedopt, so die Öffentlich-Rechtlichen aus Deutschland. Die betroffenen Sportler und das Blutlabor dementierten. Zwei Tage später ruderte die ARD zurück und gestand: "Wir stehen unserer Meldung vom Dienstag reserviert gegenüber." Doch da war die Behauptung schon auf allen Kanälen.

Diese Episode illustriert die internationale Aufgeregtheit, die derzeit in Wien rund um das Thema Doping herrscht. Zu schnell und ohne Beweise werden Sportler des Dopings bezichtigt. Die journalistische Sorgfalt bleibt auf der

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