Gefrorene Zeit

Kultur | Monika Faber | aus FALTER 04/08 vom 23.01.2008

FOTOGRAFIE Die Albertina zeigt, wie das ewige Eis die Fotografie vorangetrieben hat.

Adalbert Stifter lässt 1864 einen Landschaftsmaler davon träumen, dass er - aus dem Fenster schauend - so lange den vereisten Berg gegenüber malt, bis "man den gemalten und den wirklichen nicht mehr zu unterscheiden vermöge". Im selben Jahr begleitet der Alpenmaler Adolf Obermüllner (und der Fotograf Gustav Jägermayer) eine Expedition ins Großglocknermassiv, wo er sich dem idealen Gletscherbild aus immer neuen Perspektiven nähert. Stifters Freund, der Geologe Friedrich Simony, hingegen verfolgte ein Konzept des konstanten Blickpunktes: Jahr für Jahr zum selben Termin stellte er seine Kamera auf den gleichen Standort, um zu dokumentieren, wie Ausdehnung und Oberfläche des jeweiligen Gletschers sich verändern. Diese über Jahrzehnte betriebene Dokumentation machte ihn zum ersten systematischen Glaziologen.

Das weite Feld der Topografie und ihrer medialen Vermittlung gewinnt in der Gletscherfotografie


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