Triumph der Kargheit

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 04/08 vom 23.01.2008

FILM Als erster rumänischer Film hat "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" in Cannes gewonnen. Das rumänische Kinowunder steht aber weiterhin auf wackligen Beinen.

Das Wissen um die Zerbrechlichkeit des Lebens ist diesem Kino eingeschrieben: Cristi Puius "Der Tod des Herrn Lazarescu" (2005), der erste rumänische Festivalhit des neuen Jahrtausends, entfaltete seinen prallen Erzählkosmos entlang den Krankenhaus-Irrfahrten eines sterbenden alten Mannes. Zwei Jahre später ist es mit Cristian Mungius "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" das Drama einer heimlichen Abtreibung, das die Kunde von der Geburt eines neuen rumänischen Kinos nachdrücklich in die Feuilletons trägt.

Oder darf man das mit dem Neuen Rumänischen Kino jetzt schon in Großbuchstaben schreiben - als Kampfbegriff und Markennamen?

Dafür ist zum einen die Beweislage ein wenig dünn: Im Mittelpunkt der internationalen Aufmerksamkeit steht neben den beiden besagten Filmen von Puiu und Mungiu eigentlich nur noch Corneliu Porumboius feiste


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