Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 04/08 vom 23.01.2008

(Wilde) Der Tiroler Autor Händl Klaus hat auf Wiener Bühnen kein Glück. Auch der jüngste Versuch, hier einen seiner Theatertexte auf die Bühne zu bringen, ist misslungen. Händls zweites Stück "(Wilde) Mann mit traurigen Augen" war 2003 beim steirischen herbst in Graz erfolgreich uraufgeführt worden. Sebastian Nüblings Inszenierung wurde damals zum Theatertreffen eingeladen, der Autor wurde in der Zeitschrift Theater heute zum Nachwuchsdramatiker des Jahres gewählt. In kunstvoll komponierten Loops erzeugt Händl in "(Wilde)" einen Sog, der seinen Helden, einen Arzt namens Gunter, zu verschlingen droht. An einem brütend heißen Sommertag ist der Mann in einem Kaff gestrandet, in dem die Zivilisation Pause macht: Die Brunnen sind versiegt, der Strom ist ausgefallen, die Polizei macht Urlaub. Zwei unheimlich freundliche Brüder nehmen sich des Fremden an, und Gunter wird in eine seltsame Familie aufgenommen. Im Schauspielhaus inszeniert Susanne Lietzow (Projekttheater Vorarlberg)

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