Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 04/08 vom 23.01.2008

Sex

Cool as quick can! Kennen Sie Kiesertraining? Diese total archaische Muskel(ver)formungseinrichtung, wo midlifekriselnde oder bandscheibengeschädigte Leute in nüchterner Umgebung ihre Lebensstilsünden abbüßen? Sogar halbwegs attraktive Leute sehen dort scheiße aus, weil die Beleuchtung der eines Operationssaales gleicht. Dort wird gekämpft, geschwitzt und nach 45 Minuten wieder nachhause gegangen.Wir sprechen hier von der totalen Anti-soziale-Kontakte-Einrichtung. Und trotzdem, mein schwuler Freund R., 32 und schmerbäuchig, konnte dort einen Quickie abstauben. Ein Herr sprach ihn an mit den Worten: "Noo - geht wos?" Er: "Sicha!" Herr: "Passt - geht scho." Dann verschwand man im Besenkammerl. Ich bin neidisch. So was Unprätentiöses habe ich nicht mal in meinen besten Champagnerlaunen in den üblichen "Drink and then use me"-Etablissements gebracht. Na wartet! Sobald mein Yoga-10er-Block verfallen ist und die Zahnspange draußen ist, wird gekiesert!

Heidi List

Fussball

Trainingslager Unsere Bundesligakicker machen es wie die Hausmeister: Im Winter fliegen sie nach Teneriffa, in die Türkei oder nach Südspanien. Es handelt sich allerdings nicht um Urlaub, sondern um Dienstreisen: In sogenannten "Trainingslagern" bereiten sich die Mannschaften auf die Frühjahrssaison vor. Auch das Trainingslager unterscheidet Profikicker von normalsterblichen Dienstnehmern: Erwachsene Männer, die längst nicht mehr zur Schule gehen, fahren auf Landschulwoche, schlafen in Zweibettzimmern und werden bestraft, wenn der Trainer sie beim Tschicken oder an der Hotelbar erwischt. Vermutlich gehen die meisten Kicker trotzdem gern auf Trainingslager. Fußballer sind wie Kinder, und wenn wir ehrlich sind, sind wir das doch alle. Abgesehen davon, dass es wirklich Schlimmeres gibt, als in der Arbeitszeit auf Skikurs zu fahren.

Wolfgang Kralicek


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