Vorwort

Halb gebabelt

Vorwort | Thomas Wolkinger | aus FALTER 04/08 vom 23.01.2008

Graz, so wird derzeit gerne kommentiert, sei noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Die FPÖ habe ihr Potenzial nicht ausschöpfen können, Susanne Winters dumpfböse Islam-Provokationen hätten viele Wähler wachgerüttelt. Das stimmt leider nicht. Es ist am Ende ein ordentliches Veilchen geworden, das sich die Stadt bei den Wahlen am Sonntag geholt hat. Seit 1999 haben die Freiheitlichen prozentuell bei keiner anderen Wahl derart stark zugelegt wie jetzt in Graz. Fast vierzig Prozent mehr Wähler oder drei Prozentpunkte mehr als 2003 - das ist nicht nichts. Und die Blauen werden einen Stadtrat stellen. Wer sich die aktiven Figuren in dieser Partei näher anschaut (siehe S. 5, 8), den wird auch kaum beruhigen, dass vielleicht nicht Susanne Winter persönlich die Regierungsbank drücken wird.

Nicht nur in den einst traditionellen roten Vierteln mit hohem Migrantenanteil wie Lend und Gries haben die Rechten gepunktet und die Linken geblutet. Auch in der Peripherie erzielte die FPÖ


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