Stimmung ist Lage

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 05/08 vom 30.01.2008

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Der Ruf nach einem Mehrheitswahlrecht verdeckt bloß die Defizite von Politik und deren Kritikern.

Die Argumentation mit dem Mehrheitswahlrecht geht mir auf die Nerven. Sie wird von Leuten vorgetragen, die zwei einander widersprechende Gedankenbrocken vor uns hinwerfen (Argumente oder Ideen möchte ich das nicht nennen). Der erste Brocken lautet: Lasst doch einmal eine einzige Partei ran, damit die Leute merken, dass sie wirklich regiert werden. Dieses berauschende Gefühl durften sie von 2000 bis 2006 auskosten, als Wolfgang Schüssels ÖVP mit FPÖ und dann mit BZÖ regierte, und natürlich haben die meisten österreichischen Kommentatoren Sehnsucht nach dieser schönen Zeit. Das erste Argument ist also ein mehr schlecht als recht sublimierter Wunsch nach einer harten Hand.

Der zweite Brocken der Mehrheitswahlrechtsfans widerspricht dem ersten. Er besagt, etwas reduziert, damit wir seine Komplexität zu schätzen vermögen, nicht mehr und nicht weniger als: "Die


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