Rückkehr der Geopolitik


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 05/08 vom 30.01.2008

AUSLAND Serbien wählt. Im Hintergrund findet ein Kräftemessen zwischen Russland und der EU statt. Fast hätte man glauben können, Europapolitik bestehe nur aus Subventionenstreitigkeiten und dem Disput um EU-Institutionen. Jetzt bringen die serbischen Präsidentschaftswahlen ein spektakuläres Comeback der Geopolitik. Ob der Demokrat Boris Tadic´ oder der aus einer faschistischen Partei kommende Tomislav Nikolic´ bei den Stichwahlen des 3. Februar siegt, wird nicht nur die zukünftige Richtung Serbiens bestimmen, sondern auch entscheiden, ob Russland ein Machtfaktor auf dem Balkan wird.

Die Radikale Partei, für die Tomislav Nikolic´ ins Rennen geht, hat ihre Rhetorik in diesem Wahlkampf etwas gemäßigt. Aber Parteichef bleibt Vojislav SÇesÇelj, einer der schlimmsten serbischen Kriegstreiber der Balkankriege und Angeklagter des Jugoslawientribunals in Den Haag. Die blutrünstigen Milizen, die SÇesÇelj zum Morden und Vergewaltigen in die umkämpften Teile des ehemaligen Jugoslawiens

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