Standpunkt

Am Futtertrog

Politik | aus FALTER 05/08 vom 30.01.2008

Erst vergangenen November hatte es wieder einmal gekracht. Die italienische Duce-Enkelin Alessandra Mussolini wollte alle Rumänen aus Italien ausweisen, sogar den Botschafter. Sie hatte damit die rechtsextreme Großrumänienpartei brüskiert. So zerbröselte die wenige Monate zuvor gegründete Rechtsfraktion im EU-Parlament. Jetzt will es die FPÖ nochmals wissen. Sie scharte in Wien nun den Uraltrassisten Jean Marie Le Pen (Front National) und Franz Vanhecke (Vlaams Belang) um sich. Vanheckes Partei musste sich umbenennen, nachdem der belgische oberste Gerichtshof feststellte, das Parteiprogramm sei "rassistisch und diskriminierend". Hinzu kommt die rumänische Ataka-Partei, die gegen Roma ("ins Lager"), Juden ("gefährliche Rasse") und Homosexuelle hetzt. Noch drei Parteien von dieser Sorte, und die Euro-Rechte könnte bei der EU-Wahl 2009 gemeinsam antreten. Konfliktpunkte gibt es für die EU-Rechte aber en masse: Ist Südtirol deutsche Schutzzone oder italienisches Stammgebiet? Wie machen die Westrechten den osteuropäischen Kollegen klar, dass man mit ihnen koaliert, ihre Staatsbürger aber aus dem Land werfen will? Und wer darf Führer spielen? Andererseits bekäme so eine Allianz auch EU-Parteienförderung. Alleine 2008 werden mehr als zehn Millionen Euro verteilt. Für etwas mehr im Futtertrog können vielleicht auch die Rechten kurz Benehmen lernen. N. H.


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