Der große Bluff

Robert von Heusinger | Politik | aus FALTER 05/08 vom 30.01.2008

BÖRSENKRACH I Die Kreditkrise entlarvt hochbezahlte Banker als moderne Alchimisten. Schamlos haben sie die Deregulierung des Finanzsektors ausgenutzt. Die Politik hat grandios versagt. Jetzt muss sie gegensteuern.

Ich gestehe: Ich liebe den Crash. Wenn es an den Börsen so richtig scheppert, steigt meine Stimmung. Ich bin dann kurz davor, der Euphorie anheimzufallen. Nicht weil Schadenfreude hochkriecht über all die Aktionäre, die an der Börse Verluste einsacken, über all die Menschen, die privat in Aktien für ihr Alter vorsorgen und nun Sorge um ihre Rente haben müssen. Im Gegenteil: Auch ich besitze Aktien.

Der Reiz des Aktienkrachs liegt in der Demaskierung. Nie spüren wir das wahre Wesen des Kapitalismus unmittelbarer. Er ist von Natur aus instabil, übertreibt nach oben und nach unten, weil die Menschen Herdentiere sind. Sie rennen immer alle in dieselbe Richtung. Deshalb klingen die Phrasen der tonangebenden, neoliberalen Ökonomen über die Effizienz freier Märkte nie hohler

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