Flügelkämpfe

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 05/08 vom 30.01.2008

MUSIK & MARKT Vergangene Woche wurde das Wiener Traditionsunternehmen Bösendorfer vom japanischen Multi Yamaha übernommen. Die transkontinental vereinten Klavierbauer könnten nun der Globalisierung auf den Konzertbühnen trotzen.

Tränen sollen geflossen sein, und aufgeregte Worte der Empörung fielen zuhauf, als im vergangenen Dezember bekannt wurde, dass Österreich einen seiner großen Kulturschätze an das Ausland verlieren würde. Der Dirigent Nikolaus Harnoncourt fühlte sich "zum Weinen", Otto Schenk, der Volksschauspieler, befürchtete einen Verlust an "Zärtlichkeit" gegenüber dem nationalen Juwel, und der Wiener Pianist Rudolf Buchbinder brachte seine Bedenken mit dem Vergleich auf den Punkt: "Man verkauft doch auch nicht die Sängerknaben und die Lipizzaner!"

Es ging in der Tat um ein Austriakum ersten Ranges: um die traditionsreiche L. Bösendorfer Klavierfabrik GmbH. Vergangene Woche wurde sie an den japanischen Motoren-, Elektronik- und Instrumentenbauer Yamaha verkauft.


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